Die Bischöfe und ihr Hofstaat
Fürstliche Gehälter auf Steuerzahlers Kosten
An dieser
Stelle eine ganz einfache Frage: Was verdienen Sie im Monat? Weniger als etwa 6.000,00 Euro im Monat? Dann gehören Sie zu der großen Schar von Steuerzahlern, die gemeinsam dafür
zahlen "dürfen", dass wenigstens die katholischen Bischöfe und die evangelischen Landesbischöfe in unserem Land ein
"angemessen-fürstliches" Salär bekommen. Die Gehälter von Bischöfen und Landesbischöfen bezahlt nämlich nicht etwa die Kirche – die bezahlt in den meisten Bundesländern der Staat! Bei
ungefähr 8.000 Euro Grundgehalt beginnt das; Erz- und evangelische
Landesbischöfe oder Kardinäle bekommen bis zu 12.000 Euro monatlich. Und das, obwohl sie
nahezu mietfrei wohnen und über Dienstkarosse mit
Chauffeur verfügen und noch weitere Zulagen erhalten. Die Eminenzen fahren S-Klasse – der sie unterhaltende Steuerzahler fährt S-Bahn.
Eine äußerst
lukrative Angelegenheit für die Kirchen ...
Das ist aber noch längst nicht alles: Die Bundesländer (rühmliche Ausnahme: der Stadtstaat Bremen) bezahlen in der Regel auch noch Weihbischöfe, Dignitäre, Kanoniker, Domkapitulare, Oberkirchenräte, Dom-Mesner
– sogar das Brimborium wie den Weihrauch für die Dom-Messen bezahlt der Staat. Eben alles, was zu einem feudalen Hof-Staat (im Staate) gehört.
Allein das Bundesland Bayern zahlte im Jahr 2000
für derartige Zwecke die stolze Summe von rund 121 Millionen DM (62 Millionen.
Euro) allein an die sieben (!) katholischen Bistümer im Freistaat – von den
"Jahresrenten für 7 Bischöfe/Erzbischöfe" und "60 Kanoniker" über "Dienstentschädigungen für 7 bischöfliche Sekretäre" und
"Einkommensergänzungen
der 15 Leiter und 33 Erzieher an den bischöflichen Priester- und
Knabenseminaren" bis hin zu den "Beiträgen zum Sachbedarf der Domkirchen"
(Carsten Frerk, Finanzen
und Vermögen der Kirchen, Aschaffenburg 2002,
S.104). Die evangelische Kirche Bayerns musste sich
proporzmäßig mit knapp 40 Millionen DM (20,1 Millionen Euro) begnügen – weil
die Protestanten gegenüber den Katholiken in der Unterzahl sind und sie nur einen Bischofssitz haben. Dafür hat man ihnen einen eigenen Posten
für "Orgeln, Glocken, Uhren" eingerichtet – immerhin ca. 95.000 Euro im Jahr ...
10 Jahre später, im Jahr 2010, hat sich
daran noch immer nichts geändert. Spiegel-TV recherchierte. Obwohl
die katholische Kirche in Bayern pro Jahr 1,2 Milliarden Euro an Kirchensteuer
einnimmt, zahlt der Freistaat Bayern darüber hinaus laut Haushaltsplan: "Die
Gehälter von sieben Erzbischöfe und Bischöfen, von 12 Weihbischöfen, 14
Dignitären, 60 Kanonikern, 12 Domvikaren, sieben Generalvikaren, sieben
Ordinariats-Offiziaten, sieben Dom-Mesnern, 15 Direktoren und 33 Erziehern an
bischöflichen Priester- und Knabenseminaren usw. usw."
(8.6.2010; http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699422,00.html)
Und in den anderen Bundesländern ist es vergleichbar.
Im Verhältnis zu den Gesamt-Subventionen des Staates an die Kirchen sind solche Beträge
eher "Kleinigkeiten". Aber sie zeigen das Prinzip: Hier werden, mitten in einer Demokratie, in schamloser Weise längst überholte Relikte aus feudaler Zeit konserviert. Eine Minderheit ohnehin betuchter und umsorgter Kleriker lebt auf Kosten der zahlenden Mehrheit wie die Maden im Speck.
Und Jesus von Nazareth war ein einfacher Zimmermann, der von seiner Hände Arbeit lebte ...
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Letzte Änderung auf dieser Seite: 5.8.2010